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GESCHICHTE

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Roepaen
Kleefseweg 9
6595 NK OTTERSUM
Tel. +31 (0)485 – 516070

info@roepaen.com
pr@roepaen.com
www.roepaen.com

Geschichte

Geschichte Landgoed Roepaen

Landgoed Roepaen hat eine vielfältige Geschichte, die bis ins 17e Jahrhundert zurückreicht. Der ursprüngliche Bauernhof Roepaen entwickelte sich von einem Kloster zu einer kirchlich-sozialen Einrichtung und vor einigen Jahren zu einer erfolgreichen Eventorganisation. Auch der Name hat sich während dieser Zeit verändert: aus ‚Roepaan’ wurde ‚Maria Roepaan’ und schließlich ‚Roepaen’.


Name

Der Name “Roepaen”, der bereits seit dem 17ten Jahrhundert ein Begriff ist, findet seinen Ursprung vermutlich in dem niederländischen Verb ‚aanroepen’ zu deutsch ‚anrufen’: es handelt sich um einen Ort den man 'anruft'. Die eine Quelle besagt, dass es am Standort des Klosters eine Fähre gab, die die Menschen nutzten um die Niers zu überqueren und dazu einen Fährmann ‚anriefen’. Eine andere Quelle wiederum vermutet, dass der Gastherr der Herberge 'De Roepaan' Passanten ohne Ortskenntnis 'anrief' bei ihm einzukehren. Die alte Herberge lag auf der äußersten Grenze des bewohnten Gebietes Ottersums. Es war die letzte Station vor der wüsten und unkultivierten Zelderschen Heide.

Beginn

Im Kirchenarchief von Ottersum steht geschrieben, dass Roepaen bereits seit dem 17ten Jahrhundert einen wichtigen Platz in der Gemeinde Ottersums einnimmt. 1694 unterzeichnete Vorstand Dierick Peters auf Roepan notariell die Ernennungsurkunde von Ter Bruggen als Kaplan der Gemeinde Ottersum. 1731 war Hendrik Peters van der Rupan Eigentümer des Hauses und Eigentümer eines Stückes Bauland nahe der Kirche zu Ottersum. Als das Pfarrhaus 1775 in Flammen aufging, gingen ebenfalls das Tauf-, Vermählungs- und Totenverzeichnis verloren. Hierdurch ist nicht weiter nachzuvollziehen, wer im Laufe des 18ten Jahrhunderts auf Roepaen wohnte. Aller Wahrscheinlichkeit nach war es die Familie Van den Berg. Welbert van den Berg war 1782 Bauer auf Roepaen. Er war mit Catharina Reintjes verheiratet. Eines ihrer Kinder war die Tochter Anna Maria, die 1797 Gerardus van de Loo, einen Müllerssohn aus Asperden, heiratete.

Van de Loo

Das Ehepaar Van de Loo-Reintjes verblieb auf der Bauernherberge und vergrößerte den Betrieb auf ca. 140Hektar (mit Ländereien von Middelaar bis Heijen). Roepaan war von diesem Zeitpunkt an ein Begriff in Ottersum-Vense; hier war die Verwaltung der Vensen Kapelle. Das kirchliche Wohlfahrts- bzw. Sozialamt hielt hier seine Versammlungen ab und bei Käufen, Verkäufen oder Versteigerung hielt der Notar auf Roepaan seine Sitzungen. Ab 1827 hatte das Büro für direkte Steuern, Ein- und Ausfuhrzölle und Alkoholsteuern (directe belastingen, in- en uitgaande rechten en accijnzen) seinen Sitz auf Roepaan. Von hieraus verschickte der Reichssteuerempfänger (rijksontvanger) De Colignon seine Steuerbescheide. Das Ehepaar Van de Loo-Reintjes bekam elf Kinder. 1881 lebte nur Tochter Nelleke und wollte nicht als alleiniges Mitglied der Familie Van de loo auf Roepaan bleiben.

Schwestern der Göttlichen Vorsehung

Niemand wollte Van de Loos Bauernhof kaufen. Schließlich bot die Familie den Schwestern der Liebe zu Tilburg Roepaan zum Kauf an. Die Kongregation lehnte das Angebot ab weil sie keinen geeigneten Verwendungszweck sahen. Dann wandte sich Doktor J.P.H. (Pierre) van de Loo zu Venlo an die Kongregation der Schwestern der Göttlichen Vorsehung in Steyl Blerick; diese jedoch hatten mit Geldsorgen zu kämpfen. Nach Gesprächen mit seiner Familie wurde es Pierre erlaubt, das Stammhaus für einen angemessenen Preis an die Schwestern von Steyl zu verkaufen da ihr derzeitiges Pensionat zu klein wurde. Die Kongregation begann direkt mit dem Umbau und Abriss des Mittelteils des Hofes. Dieses musste einem langen Gang mit angrenzenden Räumen weichen. Diese Räume waren eine Küche, Speisesäle. Das neu gegründete Kloster musste über eine standesgemäße Kapelle verfügen. Das ehemalige ' beste Zimmer' des Wohnhauses De Roepaan wurde als Kapelle eingerichtet. Die ersten ' Schwestern der Göttlichen Vorsehung' aus Steyl kamen im April 1882 an. Sie änderten den Namen wegen des religiösen Charakters in ' Maria Roepaan' und gründeten eine Handwerksschule, Verwahranstalt und Krankenpflegeanstalt. Außerdem wurden hier 60 Kinder aus Kessel (L) untergebracht. Schnell hatte 'Maria Roepaan' mit Platzmangel zu kämpfen. Der Architekt Casper Franssen aus Tegelen wurde beauftragt und entwarf das heutige Klostergebäude. Die Glasmalerei aller Fenster kommen aus dem Atelier Derix aus Goch. Im Juli 1909 wurde das Gebäude in Betrieb genommen. 1917 lebten dort 300 Bewohner. Ab 1923 war 'Maria Roepaan' in erster Linie eine gediegene Pension für Senioren. Die meisten Bewohner waren deutscher Nationalität; die Umgangssprache war dementsprechend die deutsche Sprache.

Erster Weltkrieg

Die Kriegsjahre 1914 -1918 gingen nicht unbemerkt am Kloster vorüber. Im August 1915 wurden von Reichswegen hundert niederländische Soldaten auf 'Maria Roepaan' einquartiert. Sie blieben ungefähr ein Jahr. Nach dem Krieg verhärteten sich die Gerüchte, dass das Kloster verstaatlicht werden sollte. Die Kongregation kam diesem Beschluss zuvor: die deutsche Schule wurde aufgelöst; es sollte eine niederländische Hauswirtschaftsschule gegründet werden. Hiermit löste die niederländische Sprache die deutsche ab.

Zweiter Weltkrieg

Als im Mai 1940 ein erneuter Krieg ausbrach, schickte die Klosterleitung alle Mädchen nach Hause und einzig die Schwestern und die Pensionsgäste verblieben auf 'Maria Roepaan'. Es drohte regelmäßig die Einquartierung; dem entkamen sie jedoch glücklicherweise immer. Anfang 1942 kamen neue Pensionsgäste hinzu, sodass nach einiger Zeit alle Zimmer belegt waren. Im Dezember dieses Jahres wurde im Auftrag der deutschen Besetzer die Uhr aus dem Turm der Kapelle entfernt um zu Kriegsgerät eingeschmolzen zu werden. Im September 1944 forderte die deutsche Militärgewalt das Kloster anfänglich für 100 Soldaten und später für 20 SS-Mitglieder ein. Mitte September erreichten 900 Kriegsgefangene aus verschiedenen Ländern 'Maria Roepaan'. Sie mussten Schützengräben für die Deutschen ausgraben. Kurz darauf wurde das Kloster zu einem Feldlazarett eingerichtet. Am 23 Dezember 1944 waren alle Bürger aus dem Kloster evakuiert. Die Schwestern kamen schließlich in Zenderen unter. Was mit dem Gebäude geschah nachdem die Schwestern ' Maria Roepaan' verlassen hatten ist nicht eindeutig nachzuvollziehen, da außer den Soldaten keine Zivilpersonen mehr anwesend waren.

Von Weihnachten 1944 bis Februar 1945 gab es ein Kommen und Gehen von ständig wechselnden Militärtruppen und Krieggefangenen. Die Deutschen verstärkten die Maas-Niersregion und den Rand des Reichswaldes gegen die zu erwartende englisch-kanadische Offensive. Als die Alliierten am 8. Februar 1945 die Operation 'Veritable' mit einem schrecklichen Trommelfeuer in Gang setzten, versuchten die Deutschen zweimal vergeblich 'Maria Roepaan' zu sprengen. Am 11. Februar waren die englischen Soldaten bis zur Grenze Otterums vorgestoßen. Das imposante Gebäude ' Maria Roepaan' war zu diesem Zeitpunkt das letzte große Bollwerk der Deutschen vor der heimatlichen Grenze. Die Deutschen leisteten fanatischen Widerstand; das Gebäude wurde schließlich von drei Seiten bombardiert. Der deutsche Kommandant bemerkte, dass eine Umzingelung drohte. Das Gebäude wurde dann mit Benzin übergossen und im Schutze der Nacht zogen die Deutschen aus dem brennenden Kloster ab. Das Gefecht verlagerte sich am folgenden morgen in 't Ven und die Hekkens. In dem vom Feuer verschont gebliebenem Rest von 'Maria Roepaan' festigte der schottische Kompaniekommandant sein vorübergehendes Hauptquartier. Aus dem Kloster 'Maria Roepaan' mit deutschen Schwestern wurde ein Planungszentrum mit Britischen Soldaten. Der Komplex fungierte bis 1949 als Kaserne der niederländischen Grenzwachen, danach begann der Wiederaufbau der Kapelle und der übrigen Gebäude.



Gesellschaftlicher Charakter

Nach Ansicht der Kongregation lag die neue Aufgabe auf sozial-gesellschaftlichem Gebiet. Vor allem in der Versorgung geistig behinderter Kinder. Mit Hilfe der Fürsorge und des Bistums Roermond rief man eine Einrichtung ins Leben, in der geistig Behinderte Tag und Nacht versorgt werden konnten. Die Kongregation stellte sieben Gläubige als Praktikanten in einer 'Schwachsinnigeneinrichtung' zur Verfügung. Im September 1951 kamen die ersten sieben Kinder auf 'Maria Roepaan' an. 1952 war der Wiederaufbau abgeschossen. Die Firma Flos aus Steyl restaurierte das Glasmalarbeiten. Des Weiteren wurde Elektrizität, Heizungen und Wasserleitungen installiert. 1955 wurde das Kloster mit dem Garten und allem umliegenden Ländereinen an die 'Stichting tot Bevordering en Behartiging van de Internaatsverzorging van R.K. Geestelijk gestoorden' (zu deutsch frei übersetzt: Stiftung zur Förderung und Vertretung der Internatsversorgung geistig Behinderter) verkauft. Bis 1970 war dies der Fall. Dann baute die Stiftung 'Maria Roepaan' in Ottersum einen neuen Komplex.. Das alte Gebäude wurde weiter verkauft und wurde in Folge dessen in der Zeit von 1976 bis 1992 zu einem Bollwerk der Hausbesetzung.

Neustart und neuer Name Landgoed Roepaen

1991 kauft das Ehepaar A.P.M. Kuijpers und H.W.M. Wolters dem Altbau. Der Name wurde in 'Roepaen' geändert. Auf Grund des wichtigen Kunst- und Kulturhistorischen Wertes reichten sie 1995 ein Antrag ein, den Großteil des Komplexes 'Roepaen' auf die Liste des staatlichen Denkmalschutzes zu setzen (u.a. Kapelle, Treppenhaus, Klostergang). Diesem Antrag wurde stattgegeben. Hiermit wurde die Stadt Gennep um ein denkmalgeschütztes Gebäude reicher. Nach einer langen Periode des Verfalles ist der Wiederaufbau des 'Staatsmonumentes' nach vielen Jahren intensiver Renovierung beinahe abgeschlossen. Die großen Klostersäle und die Kapelle wurden umgebaut in multifunktionale Räume mit moderner Ausstattung, wobei gleichzeitig die ursprüngliche Atmosphäre soweit möglich beibehalten werden konnte.

Aktuelles und Pläne ab 2008

Roepaen gehört seit Anno 2008 zu den größten Eventorganisationen und Eventlocations im (Süd-)Osten der Niederlande und richtet sich schwerpunktmäßig an den kommerziellen Markt. Seit 1995 können große und kleine Firmen auf 'Roepaen' Unterhaltungsprogramme ebenso wie aktive Programme oder Trainigsprogramme buchen, die spezielle durch 'Roepaen' entwickelt wurden.
Seit 2004 organisiert Roepaen des Weiteren viele Konzerte, die für Jedermann zugänglich sind. Inzwischen treten in der Kapelle, im Nightclub oder im Außenbereich des Klosters pro Jahr mehr als 100 Künstler und Bands auf. Das Konzertangebot ist sehr breit gefächert und Kenner nennen Roepaen bereits das 'Paradiso des Ostens' (Paradiso = Konzerthalle in Amsterdam). 2005 wurde Toma-Refitt von Roepaen übernommen, eine Kanu-/Kajakverleihfirma, welche ursprünglich im Zentrum Ottersums lag. Von April bis einschließlich Oktober kann man bei Roepaen Kanufahrten auf der Niers buchen.

Zukunft

In den kommenden Jahren werden neben der Weiterführung der gegenwärtigen Aktivitäten Pläne bezüglich eines Filmhauses/Kinos und der Erweiterung des tagestouristischen Angebotes realisiert werden. Des Weiteren soll der bildenden Kunst mehr Raum zur Verfügung gestellt werden. Dies mittels der Vermietung von Ateliers und Studios.